GEFÄHRLICHE BRANDUNG
JEDEN TAG AUFS WASSER
Toll, was? Wir hatten extra 2 Kanus mit Zubehör von einer befreundeten Kölner Einrichtung ausgeliehen und konnten so jeden Tag eine kleine Ardeché Tour antreten.
Wir hatten da auch eine Idee für die Strecke. Die Kanus sollten nach Balazuc mit dem Trafic transportiert werden. Ziel war dann der Strand unterhalb unseres Campingplatzes.
Aber zuerst kommt natürlich die Jungfernfahrt. Am Sonntag nach dem Essen gingen Stefan, Gerd, Andre und ich ans Werk. Der Dachgebäckträger wurde montiert. Das erste Kanu lag schon auf dem Dach. Um Kilometer zu sparen, sollte das zweite dazu gelegt werden. Was wir nicht bedachten: die Kanus waren bereiter als der Dachträger. Ehe wir uns versahen, rutschte das Kanu auf der Busfahrseite wieder runter.
Wir hatten Glück! Nur der rechte Außenspiegel ging zu Bruch. Also, was soll´s? Wir mußten zweimal nach Balazuc. Die Kanus waren auch einzeln mit Vorsicht und Übersicht gut auf dem Dachträger zu befestigen. Doch sie waren auch länger als der Wagen. Die erste Fahrt war daher doch eine Fahrt mit Herzklopfen für Stefan, den Fahrer und für mich.
In Balazuc wurde es noch einmal spannend, über die Brücke kamen wir auf die andere Seite der Ardeché. Dort lag der Strand, von dem wir die Boote ins Wasser lassen konnten. Doch der Weg, der zu diesem Strand führte, knickte im spitzen Winkel zur Brücke ab.
Wir konnten den Weg nicht direkt abfahren. Da auf der linken Seite Fahrzeuge parkten, konnte Stefan nur durch vorsichtiges Rangieren, den Weg erreichen. Und der führte zu allem Überfluß ziemlich abschüssig bergab. Doch wir kamen alle heil in Balazuc, auch das zweite Kanu, an.
Die Transportfahrten sollten bald zur Routine werden, ja Stefan fand sogar eine kürzere Strecke.
Nachdem wir unser 1. Kanu entladen hatten, zogen die Jungs, ach ja die Gruppe von André war die erste Crew, die Schwimmwesten an. Die einzelnen Crews übten eine Zeit schon mal, mit dem Boot umzugehen.
Auf der Ardeché, die unter der Brücke ruhig und bestimmt so tief wie ein kleiner See war, sahen wir Jugendliche, die von der 15m hohen Brücke den Sprung ins Wasser wagten.
Dann ging’s los. Die erste Stromschnelle war ein Dreier direkt hinter der unruhigen Stelle.
Die Steine begrenzten von beiden Seiten und machten den Fluß schnell. In dieser Rechtskurve lagen Felsbrocken im Wasser. Dann folgten Baumstämme. Es war nicht einfach. Unser Boot war am zweiten Hindernis quer zum Fluß unter Wasser. Es war ein spaßiges Unterfangen. Naß waren wir alle. Und nach etwas Wasserschöpfen war unser Boot wieder klar. Weiter ging’s!
Es folgte ruhiges Wasser, eine kleine, fließende Linkswende, dann rechts Felsen, links Badestrand. Nichts auffälliges, so sah es aus. Jedoch geradeaus ging es nicht, da es zu flach und steinig war.
Wir mußten einen kleinen Abfluß nehmen und steuerten genau auf einen überhängenden Felsen zu. Kopf runter! Es war nichts passiert. Nach weiteren 2 Kilometern ruhiger Passagen, herrlich die Landschaft, Bussarde schwebten hoch über uns, ging es stramm auf das Ziel zu. Der Strömung folgend, ruderten wir hinter unserer Schwimmstelle nach links aufs Ufer zu, zwischen überhängenden Bäumen durch auf die letzte große Rapide des Abschusses. Die Strömung ging stramm zwischen Felsblöcken von schräg nach links.
Am Ende dieser Fahrt lag mitten drin ein Fels. Unser Boot schrammte dagegen, stellte sich quer und war wieder im Nu voller Wasser. Die Fahrt war zu Ende. Die Älteren trugen die Boote wieder auf den Zeltplatz.HaJo Bauer
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